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Gesundheit aktuell

Vorsorgeuntersuchung kann Leben retten

Dr. Ursula Hanusch

Immer wieder werden wir seitens der Krankenkassen oder via Medien gemahnt, doch ja rechtzeitig und regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen. Aber wenn einem nichts weh tut, mangelt es meist auch an der Einsicht, sich vorsorglich testen zu lassen, ob alles mit unserem Körper in Ordnung ist.

 

Nicht selten ist von Seiten der Männer, aber auch von älteren Menschen, zu hören, „wenn ich zum Arzt gehe, findet der immer irgendetwas, was mir fehlt“. Dabei kann die rechtzeitige Vorsorgeuntersuchung sogar Leben retten. „ab5zig“ sprach mit der Internistin Dr. Ursula Hanusch über Sinn und Zweck von Vorsorgeuntersuchungen.

 

ab5zig: Sind Vorsorgeuntersuchungen wirklich notwendig und was bringen sie?

 

Dr. Hanusch: Die Vorsorgeuntersuchung besteht aus Basis- und Zusatzuntersuchungen für bestimmte Zielgruppen. Mittels der wichtigsten Laborparameter können wir Ärzte uns einen Überblick über den Gesundheitszustand der Patienten verschaffen. Dazu gehört selbstverständlich auch die ausführliche körperliche Untersuchung. Bei Beschwerden oder pathologischen Ergebnissen – also krankhaft verändertem Befund – können wir frühzeitig gegensteuern, abklären und Erkrankungen behandeln.

 

Die Mammografie, der gynäkologische Abstrich und die Colonoskopie sind grandiose Beispiele, dass diese Vorsorgeuntersuchungen Leben retten können. Bei jungen Menschen können die Blutabnahmen eine Anämie bei Frauen (Eisenmangel), familiär bedingte Fettstoffwechselstörungen sowie einen erhöhten Blutdruck finden lassen, von denen der Patient selbst meist gar nichts mitbekommt. Nicht zu vergessen, dass die Vorsorgeuntersuchung auch zur Erinnerung an die so wichtige Zahngesundung und bei Übergewicht für präventive Maßnahmen in Form von sportlichen Aktivitäten dient.

 

ab5zig: Wie sinnvoll sind Vorsorgeuntersuchungen für alte Menschen bzw. ab welchem Alter soll man damit beginnen?

 

Dr. Hanusch: Die Vorsorgeuntersuchung kann von allen Personen ab dem 18. Lebensjahr und zwar einmal pro Jahr durchgeführt werden. Ab dem 50. Lebensjahr kommen Colonoskopie und Mammografie, sowie die Untersuchung der Prostata bei Männern dazu. Ab diesem Lebensalter ist es auch wichtig regelmäßig das Sehen und Hören vorsorglich testen zu lassen.

 

Altersmäßig gibt es kein Limit nach oben. Vorsorgeuntersuchungen machen auch für ganz alte Menschen Sinn. Vor allem, weil sie Klarheit darüber geben, welche vorsorglichen Maßnahmen wichtig sein könnten. Zum Beispiel geht es darum, als behandelnder Arzt Themen wie Sturzvermeidung, Unfallrisikovermeidung oder die Notwendigkeit von Inanspruchnahme sozialer Dienste anzusprechen.

 

ab5zig: Wie häufig soll man zu einer Vorsorgeuntersuchung gehen und in welchen Abständen?

 

Dr. Hanusch: Einmal jährlich, Mammografie alle zwei Jahre, Colonoskopie je nach Nachweis von Polypen in ein oder drei Jahren, ansonsten im Abstand von fünf bis sieben Jahren. Zur Zahnhygiene und zur gynäkologischen Untersuchung sollte man einmal jährlich gehen, Kontrolle von Muttermalen alle drei Jahre, bei familiärer Vorbelastung einmal im Jahr.

 

ab5zig: Manchmal hört man von Patienten, bei denen Krebs diagnostiziert wurde, sie hätten erst vor ein paar Wochen eine Gesundenuntersuchung durchführen lassen. Was passiert da?

 

Dr. Hanusch: Vorsorge dient der Evaluierung und der Reduzierung der häufigsten Risikofaktoren beziehungsweise Erkrankungen. Nicht alle Erkrankungen können (früh) erkannt werden.

 

Leider müssen wir Ärzte die Erfahrung machen, dass oft die empfohlenen weiterführenden Maßnahmen verschoben oder gar nicht gemacht werden, wie etwa die gynäkologische Kontrolle bei älteren Frauen, nach dem Motto „Ich brauch das nimma“.

 

Wenn die Risikofaktoren nicht reduziert werden, bleibt auf jeden Fall das Restrisiko. Das heißt natürlich nicht, dass man das auf Null reduzieren kann. Aber bei Diabetes etwa, das ohnedies ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit sich bringt, steigt das Risiko bei nicht guter Einstellung der Diabetes signifikant.

 

Danke für das Gespräch.

 

 

Dr. Ursula Hanusch ist Fachärztin für Innere Medizin Schwerpunkte: Diabetes mellitus, Stoffwechselerkrankungen, Übergewicht www.dieinternistin.com


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