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„Die Verwirrung hält an”

NR Prof. Rudolf Taschner

Vortragsreihe „Wissen schafft Wissen“ setzt sich mit der 68-Bewegung auseinander

 

„Die 68er-Bewegung – Schein und Wirklichkeit“ lautete das spannende Thema der mittlerweile zweiten Veranstaltung aus der Reihe „Wissen schafft Wissen“. Gemeinsam mit NR Prof. Rudolf Taschner hat Präsidentin Ingrid Korosec diese Vortragsreihe ins Leben gerufen: „Unsere Welt wird immer komplexer, die Entwicklungen schreiten rasant voran und verändern permanent unseren Alltag. Das bedeutet rasch und ständig zu lernen“.

 

In seinem Vortrag verwies Prof. Taschner darauf, dass die 68er-Bewegung oft verklärend dargestellt wird: „Mit ihr, so hört man, habe die Befreiung von der Last überholter Traditionen begonnen“. Tatsächlich seien es ganz andere Momente gewesen, die die Umwälzungen hin zur Gesellschaft des 21. Jahrhunderts hervorgerufen hatten. Ähnlich wie bei der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts haben technische Neuerungen die eminente Wandlung in Politik und Gesellschaft bewirkt. Wobei, so Taschner, die Impulse dieser technischen Neuerungen bis heute wirksam sind und zu Folgeerscheinungen führen, die von den kurzsichtigen Proponenten der 68er- Bewegung nicht im entferntesten bedacht wurden.

 

„Ja, es könnte sich sogar rächen, dass man ihren allzu fahrlässigen Entwürfen eines utopischen Menschenbildes Folge leistete“, mahnte er und zitiert den Historiker Joachim Radkau: „Radkau nennt die Zeitenwende zum 20. Jahrhundert als „das nervöse Zeitalter“. Wir müssten die Zeit 70 Jahre später, also vor 50 Jahren ,das verwirrte Zeitalter‘ nennen. Und der Jammer ist: Die Verwirrung hält an“.

 

Für Wissenshungrige aller Altersgruppen

Gestartet wurde die Veranstaltungsreihe „Wissen schafft Wissen“, an der über 160 interessierte Wissenshungrige aus allen Altersgruppen teilnahmen, heuer Mitte des Jahres in der Politischen Akademie in Wien. Das Thema widmete sich einer Frage, die sich Wissenschaftler aller Fachbereiche seit Jahrhunderten stellen: „Was ist Zeit?“. Nicht „Was ist Zeit“ ist die Frage, sondern wo? Am Anfang glaubte man, man fände sie im Himmel, so dann glaubte man, man fände sie in der Uhr, aber in Wahrheit ist sie in unserem Bewusstsein, war eine der Antworten von Prof. Taschner, der das Publikum immer wieder zum Staunen brachte.

 

„Wir stehen vor der Herausforderung mit Informationen überflutet zu werden, relevantes von Unsinn zu trennen, Fake News von Wahrheit zu unterscheiden. Wir müssen also unseren Geist soweit kritisch und geübt halten, um dieser Herausforderung trotzen zu können. Gleichzeitig kann Wissenserwerb auch sehr lustvoll sein, die eigenen intellektuellen Grenzen auszureizen und zu verschieben, Spaß machen“, resümierte Ingrid Korosec.


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