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Wegweiser durch die Pensionsarten

Für alle, die ab 1955 geboren sind: Das Pensionskonto zeigt die Ansprüche/Foto: Fotolia.com

Die einstige „Frühpension“ gibt es bald nicht mehr – Ziel ist, dass möglichst viele bis zur „Alterspension“ arbeiten

 

Wer in den nächsten Jahren in die Pension geht, findet andere Bedingungen und andere Pensionsformen vor, als sie vor noch zehn oder fünfzehn Jahren bestanden. Und wer schon ein paar Jahre in Pension ist, kennt sich nur mehr schwer aus, wenn von den aktuellen Pensionsformen die Rede ist.

 

Mag. Christina Götz-Tiefenbacher hat für ab5zig die neuen Bestimmungen erläutert. Sie ist eine der sieben DirektorInnen der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) in Wien und im „Grundsatzbereich“ des Hauses tätig. Ihr Geschäftsbereich ist ganz nahe dran, wenn es darum geht, neue Pensionsbestimmungen oder -gesetze so zu gestalten, dass sie umsetzungsfähig sind. „An den Bestimmungen hat sich viel geändert“, bestätigt Götz-Tiefenbacher. Es gilt die Strategie, „die vorzeitige Alterspension weniger attraktiv zu machen“. Noch in den 90ern konnten Frauen problemlos ab 55, Männer ab 60 in „Frühpension“ gehen, wenn sie die nötigen Pensionsjahre hatten. Diese vorzeitige Alterspension wird es so bald nicht mehr geben. Ziel ist, dass möglichst viele Menschen bis zur „normalen“ Alterspension arbeiten.

 

„Normale“ Alterspension:

Antrittsalter für Frauen steigt ab 2024 Frauen können heute mit 60, Männer mit 65 Jahren in Alterspension gehen, wenn sie das erforderliche Mindestausmaß an Versicherungszeiten erfüllen (Unterscheidung vor/ab 1. 1. 1955 geboren). Ab dem Jahr 2024 wird das „Regelpensionsalter“ für Frauen Schritt für Schritt angehoben. Alle Frauen, die ab dem 2. 6. 1968 geboren sind, werden wie die Männer ein Regelpensionsalter von 65 Jahren haben.

 

Ende der vorzeitigen Alterspension

Die einstige Frühpension, die „vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer“ – vor 60/65 – ist im Auslaufen. Es gibt sie aktuell noch für Frauen, die vor dem 1. 10. 1957 und für Männer, die vor dem 1. 10. 1952 geboren sind. Das genaue mögliche Antrittsalter hängt vom Geburtszeitpunkt ab.

 

„Hacklerpension“ läuft teilweise aus

Auch die Langzeitversicherungspension („Hacklerregelung“) für Personen mit mindestens 540/480 Beitragsmonaten, die ab dem 60./55. Lebensjahr (Männer/Frauen) möglich war, läuft aus. Die Versicherungsdirektorin nennt ein Beispiel: „Eine Hacklerpension für eine Frau von 58 Jahren mit 40 Beitragsjahren ist heute noch möglich, für den Mann von 58 Jahren mit den für ihn erforderlichen 540 Beitragsmonaten nicht mehr.“ Anspruch auf Schwerarbeitspension besteht – neben dem Erfordernis Anfallsalter sowie Versicherungszeiten – nur dann, wenn tatsächlich Schwerarbeit im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen verrichtet wurde.

 

Ratschlag von Christina Götz-Tiefenbacher (PVA):

„Bitte schauen Sie schon Jahre vor der möglichen Pension auf Ihr Pensionskonto! Die künftige Pension wird ein Spiegel dessen sein, was einbezahlt wurde.“

 

Eine weitere Möglichkeit, vor dem Regelpensionsalter eine Pension in Anspruch nehmen zu können, bildet die Korridorpension. Diese Pension kann frühestens nach Vollendung des 62. Lebensjahres beansprucht werden, derzeit also nur für Männer.

 

Wenn die Gesundheit nicht mehr mitspielt

Bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen steht heute immer im Vordergrund, die Gesundheit der/des Versicherten nach Möglichkeit wieder herzustellen bzw. sie/ihn auf einen anderen Beruf umzuschulen. Es gelten neue Regelungen für alle, die nach dem 31. 12. 1963 geboren sind.

 

Ist eine ab 1. 1. 1964 geborene Person vorübergehend invalide/berufsunfähig oder so schwer krank, dass sie zeitweise nicht arbeiten kann, erhält sie Rehabilitationsgeld. Sie/er soll wieder in den Arbeitsprozess integriert werden. Wer seinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben kann, wird umgeschult und bekommt Umschulungsgeld. Nur bei dauerhafter Invalidität/Berufsunfähigkeit oder wenn eine Umschulung nicht zumutbar und zweckmäßig ist, wird eine Invaliditätspension (Arbeiter) bzw. Berufsunfähigkeitspension (Angestellte) gewährt. Wer auch nach positiven Umschulungsmaßnahmen keinen Job findet, gilt als arbeitslos, für ihn ist das AMS zuständig. Dieses prüft den Leistungsanspruch.

 

Witwen-/Witwerpension bleibt

Diese Pensionsart nach Ehe (auch wenn sie geschieden war) oder eingetragener Partnerschaft unterliegt bestimmten Grundvoraussetzungen wie einem Mindestausmaß an Versicherungsmonaten der/des Verstorbenen (es gibt Ausnahmen).

 

Der Durchrechnungszeitraum steigt!

Bei der Pensionsberechnung für alle Pensionsformen kommt es darauf an, ob der Versicherte bis 31. 12. 1954 oder ab 1. 1. 1955 geboren ist.

 

Für bis 31. 12. 1954 geborene Personen sind die grundlegenden Aspekte für die Pensionsberechnung die (Gesamt-) Bemessungsgrundlage, die Anzahl der Versicherungsmonate sowie das Alter zu Pensionsbeginn. Der Zeitraum für die Bildung der Bemessungsgrundlage wird schrittweise bis zum Jahr 2028 auf 480 Monate (40 Jahre) verlängert und liegt bei Pensionsantritt im Jahr 2017 bei 348 Versicherungsmonaten (29 Jahren).

 

Das Pensionskonto zeigt die momentane künftige Pension

Grundlage für die Pensionsberechnung für ab 1. 1. 1955 geborene Personen ist die auf dem Pensionskonto zum Stichtag aufscheinende Gesamtgutschrift. Dieser Wert – geteilt durch 14 – ergibt die Pensionshöhe ohne Zu- und Abschläge. Ist das Regelpensionsalter erreicht, ist dieser Betrag die Pensionshöhe. Wird die Pension vor Vollendung des Regelpensionsalters in Anspruch genommen, sind Abschläge vorgesehen. Bei Inanspruchnahme nach Vollendung des Regelpensionsalters – trotz Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen – erhöht sich die Pension. Es gibt aber eine maximale Erhöhung.

 

Auf der Website www.pensionsversicherung. at kann man unter dem Button „Berechnen Sie Ihren Pensionsantritt“ selbst jederzeit prüfen, ab wann man frühestens in Pension gehen kann. Götz-Tiefenbacher: „Man kann aber auch jederzeit ins Haus kommen und sich das ausrechnen lassen.“


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