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War es das jetzt?

Foto: shutterstock
Die wenigsten hegen die Absicht, den Ruhestand wirklich wörtlich zu nehmen. 7 Mag. Elfie Rosner

Der Sprung in den Ruhestand

 

Viele Berufstätige freuen sich darauf, endlich in Pension gehen zu können. Einige bekommen es aber auch mit der Angst vor so viel Freizeit, vor dem „Nichtmehrgebrauchtwerden“ zu tun und fürchten in ein „Loch“ zu fallen. Immer mehr Neopensionisten fühlen sich jung und fit und wollen aktiv bleiben. Sie sind auf der Suche nach einer sinngebenden Beschäftigung. Am Schwierigsten gestaltet sich jedenfalls der Übergang in die dritte Lebensphase mit dem großen Fragezeichen „War es das jetzt?“.

 

Ich gehe in Pension und was dann? Rund um den tatsächlichen Zeitpunkt des Pensionsantritts gilt es für den angehenden Pensionisten Einiges an bürokratischen Hürden zu überwinden. Zunächst die mühevolle Recherche, wann ich in Pension gehen kann, wie viele Versicherungszeiten ich habe, und natürlich die meist spannendste Frage: wie hoch wird meine Pension sein? Ist es dann soweit, gilt es den Pensionsantrag zu stellen, Formulare für Ummeldungen ausfüllen und vieles mehr. Aber um alle diese bürokratisch-technischen Fragen und Berechnungen soll es in diesem Artikel gar nicht gehen.

 

Viel mehr wollen wir uns mit den Fragen nach dem emotionalen Hintergrund und der schwierigen Phase des Übergangs in die Pension auseinandersetzen. Denn spätestens dann stellen wir uns die Fragen: Wie soll es mit mir weiter gehen? Was will und kann ich machen? Muss ich noch Geld dazuverdienen, weil meine Pension nicht ausreicht zum Leben?

 

Active Agers im Vormarsch

 

Eine, die täglich mit dem Thema konfrontiert wird, ist die Soziologin Mag. Elfie Rosner. Sie berät und begleitet Menschen, die sich auf den Ruhestand bewusst vorbereiten wollen und jene, die bereits in Pension sind und zu lustvoller Gestaltung noch Impulse brauchen: „Mein Angebot richtet sich an die sogenannten ‚ACTIVE AGERS‘ “

 

Der Traum davon, endlich nicht mehr zeitig aufstehen zu müssen, sich nicht mehr vom Chef, der Chefin, einem Mitarbeiter oder Kunden sekkieren lassen zu müssen, keinen Zeitdruck und keinen Stress mehr zu haben, beginnt meist schon ein paar Jahre vor dem endgültigen Berufsaus. Nur, wenn es dann so weit ist, wissen viele so gar nicht, wie sie ihre gewonnene Freiheit ausfüllen sollen. Denn das alte Lebensmodell, dass wir uns nach langer, anspruchsvoller und teils auch schwerer Arbeit in den letzten Lebensjahren endlich ausruhen können, gibt es heute de facto nicht mehr.

 

Wir fühlen uns jung und fit

 

Elfie Rosner bringt es auf den Punkt: „Wir fühlen uns doch jung und fit und haben in der ‚Dritten Lebensphase‘ meist noch viele kostbare Jahre in körperlicher und geistiger Frische vor uns. Die wenigsten hegen die Absicht, den Ruhestand wirklich wörtlich zu nehmen“.

 

Am Schwierigsten empfinden die Neopensionisten die Übergangsphase, also jenen Sprung vom fordernden Job in ein aktives, sinnvolles Leben. Immerhin verbringen die Österreicherinnen und Österreicher im Durchschnitt bereits 22 Jahre in Pension, 1971 waren es noch 8. Und diese Zahl zeigt eher nach oben, weil die durchschnittliche Lebenserwartung weiter steigt.

 

Von den Vier Lebensphasen (seniors- 4success) bezeichnet Beraterin Elfie Rosner die dritte Lebensphase – nach Ausbildung und Beruf – als Phase der Active Agers. Das betrifft jene Menschen, die etwa 55 Jahre jung sind, das Berufsleben bald beenden oder beendet haben und den Übergang und Neustart bewusst gestalten wollen. „Sie wollen sich in der dritten Lebensphase wohlfühlen und aktiv bleiben und suchen eine sinn- und freudvolle Betätigung“, so Rosner.

 

Wovon muss ich mich verabschieden?

 

Ratsam ist es, sich in dieser Übergangsphase bestimmten Herausforderungen zu stellen. Dabei gilt es, sich selbst die Frage zu beantworten, wovon man sich verabschieden muss und darf, wenn die Pension vor der Tür steht. Mittlerweile gibt es auch eine umfangreiche Literatur am Büchermarkt zu diesem Thema, mit mehr oder weniger aufschlussreichen Ratschlägen.

 

Auf Einladung der ÖGGK (Österreichische Gesellschaft vom Goldenen Kreuze) hielt Mag. Rosner erst vor kurzem wieder einen Vortrag mit anschließendem Workshop, bei dem die Soziologin den Teilnehmern einige wertvolle Tipps für den Übergang gab:

 

• Bereiten Sie sich frühzeitig mental auf die Pension vor

• Nehmen Sie bewusst Abschied vom Beruf (Ritual!)

• Schaffen sie sich ein Zeitkorsett

• Beziehen Sie Partner/Familie in Ihre Überlegungen mit ein

• Pflegen und erweitern Sie Ihr soziales Netz

• (Wieder-)entdecken Sie alte und neue Hobbies und Interessen

 

Letztendlich rät die Soziologin dazu: „Bewegen, bewegen – besonders in der Natur und üben Sie sich in Geduld“– also Ruhe bewahren, bevor es so richtig wieder losgeht, in der Pension.

 

www.activeagers.at


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