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Im Kopfrechnen sind wir besser




Foto: Fotolia.com
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Jede Altersgruppe auf einem anderen Gebiet zu Höchstleistungen fähig

 

Was können ältere Menschen von den Jungen lernen und die junge Generation von der älteren?

 

Vorurteile gibt es wechselseitig zwischen Jung und Alt. Dabei zeigen zahlreiche Forschungsergebnisse, dass wir die meisten Klischees über Bord werfen können. Wie etwa die Ansicht, nur die Jugend ist lernfähig, stimmt nicht. Auch die Annahme, beim alternden Menschen wird die Fähigkeit zum Lernen immer geringer, wurde von Wissenschaftern widerlegt. So etwa sind Ältere viel besser beim Lernen sinnvoller Stoffe. Heute weiß man: Jede Altersgruppe ist zu Höchstleistungen auf einem anderen Gebiet fähig. Meist kommt es nur auf das Wollen an.

 

Zweifellos ist es so, dass die Jungen von den älteren Menschen viel lernen können. Was aber können die Alten von den Jungen lernen? Gibt es eine Wissensvermittlung von der Jugend ans Alter? Mit dieser Thematik beschäftigen sich zahlreiche Forscher. Denn eines ist klar, in 20 Jahren wird die Zahl der Schüler und damit auch der Schulen wesentlich geringer sein, als heute. An den Hochschulen wird es kaum mehr ein Gerangel um Studienplätze geben und die Firmen werden verzweifelt nach ausgebildeten Fachkräften suchen. Diesen Wandel in Richtung einer wachsenden Überalterung unserer Gesellschaft prognostizieren Experten schon seit geraumer Zeit. Deshalb stellt sich auch die Frage, wie werden die Generationen künftig miteinander umgehen. Wer lernt von wem und vor allem was? Und wollen die einen von den anderen überhaupt etwas lernen? Ganz so einfach ist die Antwort nicht. Klar ist, dass die älteren Menschen den Jungen helfen und mit ihrer Lebenserfahrung raten wollen. Den Jugendlichen gefällt das meistens gar nicht. Sie wollen ihren eigenen Weg gehen und sind auf Ratschläge der Altvorderen gar nicht erpicht.

 

Der Rat des Stammesältesten galt

In früherer Zeit war die Wissensweitergabe klar geregelt. Man denke nur an die Naturvölker, wo der Stammesälteste um seinen Rat gefragt wurde. Seine große Lebenserfahrung war fast immer mitentscheidend für die Lösung eines Problems. Sicher hat das auch mit einem höheren Maße an Anerkennung des Älteren von Seiten der Jungen zu tun als es heute üblich ist.

 

Vieles hat sich ja auch geändert im familiären Zusammenleben. Die Eltern haben sich von autoritären Erziehungspersonen zu kumpelhaften Partnern gewandelt. Insbesondere das Mutter- Tochter-Verhältnis ist geprägt von dem Gedanken: Wir sind beste Freundinnen. Diese Entwicklung hat viele gute Seiten, aber auch einen großen Nachteil. Der Kumpel Papa oder die Freundin Mama wird zwar geliebt, aber meist nicht respektiert. Dieses Verhalten setzen die Jugendlichen auch außerhalb der Familie fort. Mangelnde Anerkennung und Respektieren bringen jedoch unweigerlich Konfliktsituationen mit sich.

 

Wer kann es besser, Jung oder Alt?

Eine kontinuierliche Talfahrt meinen Viele, ist das Altern. Aber wir wissen heute auch: das Alter wird jünger. Die Generation der heute 75-Jährigen ist geistig fitter und zufriedener als Gleichaltrige vor zwanzig Jahren. In einer Studie mehrerer Berliner Forschungseinrichtungen wurde nachgewiesen, dass das alte Klischee, nur die Jugend ist lernfähig, so nicht stimmt. Auch die Annahme, beim alternden Menschen wird die Fähigkeit zum Lernen immer geringer, wurde von zwei US-Wissenschaftlern (Germine/ Hartshorne) widerlegt. Sie konnten eindeutig nachweisen: Jede Altersgruppe ist zu Höchstleistungen auf einem anderen Gebiet fähig.

 

Viele Fähigkeiten bleiben bis ins hohe Alter erhalten So etwa konnten sich die Jugendlichen Informationen sehr gut merken und rascher verarbeiten als die älteren Testpersonen. Viele andere Aufgaben meisterten jedoch die älteren wesentlich besser. Die 30-Jährigen hatten ein ausgeprägtes Kurzzeitgedächtnis für Zahlen. Die 40- bis 60-Jährigen waren besonders gut, wenn es um Gefühle ging, also bei der sozialen Intelligenz. Nicht unbedingt verblüffend das Ergebnis der über 60-jährigen: Sie hatten den besten Wortschatz. Laut Studie erreicht das Vokabular seinen Höhepunkt nämlich erst bei Menschen im Alter von Mitte 60. Dank ihrer Erfahrung sind sie besser darin, komplexe Sachverhalte zu analysieren und Schlüsse daraus abzuleiten. Aber nicht allein die Lebenserfahrung, sondern auch die geänderten Lebensgewohnheiten und die Technologiemanie lassen die ältere Generation bei manchen Fähigkeiten die Jüngeren übertrumpfen: „Im Kopfrechnen sind sie viel besser, weil die heutige Jugend mit Taschenrechnern groß wird“, konstatiert der Schweizer Psychologe Philippe Rast.

 

Wissenstransfer von der Jugend ans Alter – die Zukunft?

Die beiden Düsseldorfer FH-Professoren Deinet und Kopp sind der Frage nachgegangen, wie künftig gelehrt und gelernt wird. Sicher ist, die Zeit der alten Lernformen ist vorbei. Alles deutet darauf hin, dass in Zukunft anders gelernt wird. Das Wissen verdoppelt sich – auch dank der rasanten technologischen Entwicklung – im Jahresrhythmus. Das wird laut der Studie dazu führen, dass sich der Wissenstransfer vom Alter auf die Jugend verlagert. Computerkurse von Jugendlichen für Senioren sind erste Beispiele dafür.

 

Es geht um den Willen zum Miteinander

Was wir brauchen, ist der Wille zum Miteinander zwischen Jung und Alt. Wie gesagt, der einschneidende Wandel in der Gesellschaft wird dazu führen, dass die Alterspyramide kippt, die Zahl der Kinder und Jugendlichen abnimmt und der Anteil älterer Personen zunimmt. Das muss keine negative Entwicklung sein. Es wird jedoch in Zukunft noch mehr darauf ankommen, dass die Generationen einen starken Willen zum „gemeinsam gestalten“ haben.

 

 


Was wir Alten lernen wollen
Ein Plädoyer

Wir wollen Neugier aufs Leben, auf neue Dinge lernen. Wir wollen Lebensfreude ohne große Hemmungen, Freude an ausgefallenen Dingen, Offenheit für andere Lebensweisen, Kulturen, Sprachen. Den Spaß am Entdecken und Ausprobieren. Wir wollen von den Jungen jene Toleranz lernen, wie sie fremden Dingen gegenüber stehen, aufgeschlossener und williger neue Anregungen aufnehmen.


Was wir Jungen wollen

Ein Plädoyer

Wir wollen gefragt werden, was wir wollen. Wir wollen antworten dürfen. Wir wollen uns verändern dürfen. Verstehen, warum wir was wie tun sollen, und nicht hören: „Das machen wir so, weil es immer schon so war“. Wir wollen ehrliches Feedback, wir wollen für Gelungenes gelobt werden. Auch mal in Ruhe gelassen und nicht wir Laborratten beobachtet werden. Wir wollen ausprobieren und wandeln und uns auch einmal nicht sicher sein dürfen. Wir wollen Teilhabe und beitragen, wir wollen für voll genommen werden. Wir wollen Vertrauen, nicht gespielte Vertraulichkeit. Aus: Der Standard für den Berufseinstieg


Datenschutz und ältere Menschen



Dr. Michael Sachs

Immer mehr Seniorinnen und Senioren verwenden elektronische Medien und soziale Netzwerke. Das Thema dazu ist der Datenschutz.

 

Er betrifft zwei Gruppen: Personen, die Daten speichern bzw. verarbeiten und Personen, deren Daten erfasst und gespeichert werden. Grundsätzlich sind private Adressensammlungen oder Urlaubsfotos am Computer für die Registrierung als Datenverarbeiter nicht relevant.

 

Relevanz erlangt Datenverarbeitung dort, wo geschäftliche Interessen berührt werden oder Datenerfassungen im öffentlichen Raum erfolgt – z.B. auf Bahnhöfen, in öffentlichen Gebäuden oder Geschäften. Dies darf nur dann erfolgen, wenn der Datenverarbeiter registriert ist und die Datenverarbeitung angemeldet ist.

 

Ein Datenverarbeiter muss Auskunft geben, ob bzw. welche Daten von Personen verarbeitet werden. Als betroffene Person kann man die (auch teilweise) Löschung von Daten verlangen. Oft werden Daten gesammelt, um ein bestimmtes (Kauf-)Verhalten von Menschen zu erforschen. Wer sich gerne bestimmte Urlaubsdestinationen im Internet ansieht, darf sich nicht wundern, wenn plötzlich Reiseangebote zu diesen Ländern auftauchen.

 

Sollte einmal eine Löschung von Daten erforderlich sein, kann dies entsprechend beantragt werden. Falls sich ein Datenverarbeiter weigert, dem nachzukommen, kann dies auch gerichtlich durchgesetzt werden.

 

Dr. Michael Sachs

Vizepräsident des Bundesverwaltungsgerichtes 


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