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INGRID KOROSEC UND SEBASTIAN KURZ IM GESPRÄCH „Wähler dürfen am 29. 9. nichts dem Zufall überlassen“


Die bevorstehende Nationalratswahl am 29. September 2019 haben wir zum Anlass genommen, den türkisen Spitzenkandidaten Sebastian Kurz und Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec zu einem Gespräch zu bitten.

 

Herr Kurz, wie sehr kann der Österreichische Seniorenbund als Interessensvertreter der Generation 60 + dazu beitragen, dass die Bedürfnisse der älter werdenden Generation in der künftigen Regierungsarbeit berücksichtigt werden?

 

Kurz: Aufgabe der Politik ist es, die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen ernst zu nehmen und sie in konkrete politische Maßnahmen zu übersetzen. Dabei ist es mir besonders wichtig, mit jenen Generationen in einen Dialog zu treten, die unser Land aufgebaut und unseren Sozialstaat zu dem gemacht haben, was er ist. Mit Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec tausche ich mich seit Jahren regelmäßig aus. Wir verfolgen beide dasselbe Ziel: Wir wollen, dass alle Senioren in Österreich in Würde altern können.

 

Frau Präsidentin Korosec, bedeutet in Würde altern zu können nicht auch, von seiner Pension leben zu können?


Korosec: Ja, da haben Sie Recht. Mir als Seniorenvertreterin ist es ein extrem wichtiges Anliegen, die finanzielle Situation der Pensionistinnen und Pensionisten mit einer sehr ordentlichen Pensionserhöhung zu verbessern. Denn es ist vor allem die ältere Generation, die für ein Drittel des privaten Konsums sorgt und diese Kaufkraft soll auch gestärkt werden. Also eine Pensionsanpassung, die sie braucht und die sie auch verdient.

 

Stichwort Pensionssystem: Wird es weitere Schritte der Entlastung geben, von der auch die Pensionistinnen und Pensionisten profitieren werden?

 

Kurz: Der Fokus liegt darauf, mehr Gerechtigkeit im Pensionssystem herzustellen: Wer sein ganzes Leben lang gearbeitet hat, der soll auch im Alter eine gute und nachhaltige finanzielle Versorgung erhalten. Dazu haben wir in der vergangenen Regierung bereits den Pensionsbonus von 1.200 Euro ab 40 Beitragsjahren eingeführt und kleinere Pensionen deutlich über der Inflationsrate erhöht. Mit einer ausgewogenen Pensionserhöhung schaffen wir jetzt nach der Mindestpension den nächsten wichtigen Schritt zur finanziellen Absicherung der älteren Generation. Auch im Zuge der geplanten Steuerreform wollen wir Senioren weiter entlasten. Noch vor der Wahl wollen wir die Sozialversicherungsbeiträge senken und Pensionistinnen und Pensionisten damit um bis zu 200 Euro pro Jahr entlasten.

 

Korosec: Ja, das ist ein erfreulicher Schritt in die richtige Richtung. Die Gesetzesvorlage zur Senkung der Sozialversicherungsbeiträge liegt im Parlament vor und kann jederzeit von der nächsten Regierung fixiert werden. Mir ist aber auch wichtig, dass wir dringend einen Schritt weitergehen müssen. Mehr als eine Million Pensionen liegen unter 1.005 Euro. Das heißt, jede vierte Pensionistin und jeder sechste Pensionist sind armutsgefährdet. Deshalb habe ich gemeinsam mit meinen Kollegen im Seniorenrat ein Modell für eine ordentliche Pensionserhöhung ausgearbeitet, mit dem wir kleinere Pensionen deutlich erhöhen und allen Seniorinnen und Senioren einen Anteil am Wirtschaftswachstum geben wollen. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir über alle Parteigrenzen hinweg eine Einigung erzielen konnten, dass die Pensionisten künftig mehr Geld im Börsel haben.

 

Beim Thema Pflege haben Sie bereits ein umfassendes Konzept präsentiert. Wie wollen Sie die Pflegefrage lösen?

 

Kurz: Unser Ziel ist, dass für alle Menschen in Österreich ein Altern in Würde möglich ist. Durch bessere Ausbildungsmöglichkeiten für Pflegekräfte, eine Pflege-daheim-Garantie, einem One-Stop-Shop und weniger Bürokratie. Über eine Million Angehörige sind in Österreich im Bereich der Pflege tätig – sie brauchen unsere volle Unterstützung. Ich habe auch persönlich miterlebt, welche Umstellung das für die ganze Familie bedeutet, als meine Oma pflegebedürftig wurde.

 

Korosec: Auch auf dem Gebiet Pflege wurden unter der Regierung von Sebastian Kurz wesentliche Initiativen gesetzt. So etwa wurde noch vor dem Sommer im Nationalrat mit den Stimmen aller Parteien die Valorisierung des Pflegegeldes beschlossen. Das bedeutet, bereits 2020 wird das Pflegegeld um die Inflationsrate erhöht. Dieser längst überfällige Schritt darf aber keine Ausrede für das Ausbleiben einer tief greifenden Reform sein. Denn ein Pflaster auf die Wunde zu kleben reicht nicht. Die nächste Regierung muss eine echte Pflegereform leisten. Das bedeutet etwa eine Finanzierung aus einem Topf und den Ausbau der mobilen Pflege.

 

Wie planen Sie die künftige Finanzierung dieser Vorhaben?

Kurz: Wir möchten, dass das Lebensrisiko Pflege von der Sozialversicherung abgedeckt wird. Es soll genauso anerkannt werden wie eine Krankheit, die Pension, Arbeitslosigkeit oder ein Unfall. Denn niemand kann etwas dafür, wenn er pflegebedürftig
wird.


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