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Pflege muss endlich auch ein Lehrberuf werden

Bis 2025 steigt der Bedarf an Pflegepersonal auf 211.000 Personen

 

Gerne sprechen die meisten Menschen ja nicht über das Thema Pflege. Vor allem, wenn sie – oder ein naher Angehöriger – nicht pflegebedürftig sind. Spätestens aber dann, wenn es plötzlich so weit ist, wird den Betroffenen bewusst, was alles auf sie zukommt. Wir werden älter, und wir werden gesünder älter. Was nichts daran ändert, dass viele von uns irgendwann Pflege benötigen werden. Pflege, ein Thema mit hoher Brisanz, braucht große Aufmerksamkeit von allen Seiten. Vor allem aber ist es ein Schwerpunktanliegen des Seniorenbundes.

 

Aktuell sind in Österreich über 140.000 Menschen im Pflegebereich tätig. Bis 2025 wird dieser Bedarf auf 211.000 Personen steigen. Die Gesamtausgaben für Pflege- und Betreuungsdienste liegen derzeit bei 3,4 Milliarden Euro. Rechnet man die direkte Wertschöpfung und die indirekten Effekte zusammen, so kommt man sogar auf 5,9 Milliarden Euro. Dazu kommen noch 1,1 Milliarden Euro, die an Steuern anfalab5zig – Wissen und Lebensfreude Pflege muss endlich auch ein len und 1,3 Milliarden Euro, die der Sozialversicherung zu Gute kommen.

 

„Angesichts dieses Zahlenmaterials darf sich der Staat für die ältere Generation schon ins Zeug legen“, zeigt sich Präsidentin Korosec kämpferisch. Mehr noch, es besteht Nachbesserungsbedarf. 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird für Pflege aufgewendet. 0,9 Prozent davon durch die öffentliche Hand. Freilich: Geringere Staatsausgaben pro Kopf weisen nur noch die Staaten Ost- und Süd-Europas auf!

 

Bis 2030 doppelt so viel Pflegepersonal notwendig

Derzeit gibt es rund 455.000 anspruchsberechtigte Pflegegeldbezieher. Und da wir zum Glück immer älter werden, steigt der Bedarf nach Pflege in Zukunft. Bis 2030 werden wir etwa doppelt so viele Pflegedienstleister brauchen. „Um diesen Bedarf zu decken, muss jetzt etwas geschehen“, fordert Präsidentin Korosec.

 

Pflege-Lehre als Pilotprojekt in Vorarlberg

Österreich ist mit Recht stolz auf sein System der „dualen“ Berufsausbildung, das auch international große Anerkennung findet. Die Ausbildung erfolgt an zwei Lernorten, dem Betrieb und der Berufsschule. Gerade dort, wo in nächster Zukunft ein wachsender Bedarf an Nachwuchskräften besteht, nämlich im Pflegebereich, gibt es dieses Angebot allerdings noch nicht.

 

Jugendliche können derzeit erst mit Erreichen des 17-ten Lebensjahres mit einer Pflegeausbildung beginnen. Weil dies nicht sofort nach Abschluss der Pflichtschulzeit möglich ist, wandern viele in andere Berufe ab. Um junge Menschen zu motivieren, diesen Berufsweg einzuschlagen, bedarf es zumindest zweierlei: einer attraktiven und leistungsgerechten Bezahlung und einer Ausbildungsoffensive.

 

Derzeit gibt es in Österreich eine dreistufige Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung: eine dreimonatige Ausbildung für die Heimhilfe, eine zweijährige für die Pflegeassistenz und schließlich eine dreijährige, um als „Diplomierte Fachkraft“ tätig sein zu können. Die Möglichkeit, Pflege als Lehrberuf zu erlernen, gibt es nach wie vor nicht. Und dies trotz positiver Erfahrungen mit einem Pilotprojekt in Vorarlberg nach Schweizer Vorbild. Dort sind die Lehrberufe Fachfrau/Fachmann Gesundheit und Betreuung längst ein Erfolgsmodell. Dabei erhalten die jungen Menschen ihre praktische Ausbildung in einem Lehr-Krankenhaus und besuchen eineinhalb Tage in der Woche eine Berufsfachschule. Dazu kommen noch überbetriebliche Kurse. Vor allem kann die Ausbildung gleich nach Ende der 9-jährigen Pflichtschulzeit begonnen werden. „Dieses Modell könnte auch in Österreich umgesetzt werden“, so Korosec.

Sicherheit in der Pflege

NR Karl Mahrer ist Polizeisprecher der ÖVP und Sicherheitssprecher der Wiener ÖVP

Wenn das tägliche Leben schwerer zu bewältigen sein wird und Menschen Pflege benötigen, sind sie oft verunsichert. Das ist verständlich, da es sich um eine völlig neue Situation handelt. Ich möchte Ihnen meine Tipps zum Thema „Sicherheit in der Pflege“ mit auf den Weg geben, denn es gibt keinen Grund, diesen Änderungen der Lebensweise mit Unsicherheit entgegenzublicken, wenn Sie folgendes beachten:

 

· Sprechen Sie bereits frühzeitig mit Ihren Verwandten und Bekannten: Äußern Sie Ihre Wünsche und Vorstellungen bezüglich Pflege. Zusätzlich können Sie hier auch eine rechtliche Verfügung bei einem Notar oder Sachwalter veranlassen. Beraten Sie sich, bevor Sie Pflege in Anspruch nehmen auch mit professionellen Beratungsstellen. Die Patientenanwaltschaft informiert Sie gerne.

· Passen Sie Ihr Heim an Ihre neuen Lebensumstände an. Beispielsweise lassen sich Haltegriffe in WC und Bad leicht befestigen und machen Ihr Heim noch sicherer. Informieren Sie sich über die Möglichkeit eines Rettungsalarmknopfes, mit dem Sie im Notfall schnell Hilfe holen können.

· Geben Sie Personen, denen Sie vertrauen, einen Zweitschlüssel oder installieren Sie einen einbruchssicheren Schlüsselsafe.

· Wenn Sie sich dazu entscheiden, professionelle Hilfe in Form einer Pflegeeinrichtung in Anspruch zu nehmen, achten Sie auf die Umstände, die Sie in dieser Einrichtung vorfinden werden. Schließlich sollen Sie sich dort wohl fühlen, und die Betreuung in einer Pflegeeinrichtung soll Ihr Leben nicht einschränken.


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